Softwareinstallationen unter Linux


Software unter Linux kann i.d.R. auf zwei unterschiedliche Arten installiert werden:
  1. RPM-Pakete
    Die erste Möglichkeit ist die Installation von RPM-Paketen. RPM steht für Redhat Packet Manager, trotzdem ist RPM nicht Redhat spezifisch, sondern wird auch von anderen Distributionen verwendet. RPM-Pakete enthalten bereits kompilierte Software und sind daher immer nur für eine bestimmte Distribution bestimmt.

    • Am einfachsten installiert man RPM-Pakete über ein Installationsprogramm wie z.B. Yast (SuSE Linux) oder Anaconda (RedHat). Viele Distributionen bringen schon eine große Menge Software in Form von mitgelieferten RPMs mit sich. Um diese zu installieren, muss einfach nur die entsprechende Software ausgewählt werden und die vom System geforderte CD/DVD eingelegt werden. Wenn alle Paketabhängigkeiten in Ordnung sind, wird der Rest vom System erledigt.

    • Wer sich RPM-Pakete aus dem Internet herunterlädt und diese auf der Kommandozeile installieren möchte, benutzt folgende Befehle: $ rpm -ivh [Paketname] //führt die Installation von [Paketname] durch $ rmp -i -test //zeigt die vorrausgesetzten Pakete an Die Möglichkeiten, die RPM bietet, kann man sich mit $ man rpm oder $ rpm -help.


  2. Tarball Archive
    Die zweite Möglichkeit Software unter Linux zu installieren ist Tarball-Archive zu verwenden, die den Source Code der eigentlichen Software enthalten. Anders als bei RPM, ist es egal, auf welchem System ich die Software installiere, da der Quellcode entsprechend kompiliert wird.

    Tarball Archive liegen im Format .tar.gz oder .tgz vor, es wurden also tar und gzip kombiniert. Wird keine Zip-Erweiterung verwendet ist die Endung .tar. Entpacken kann man solche Archive mit $ tar xfvz [Archivname].tgz bzw. $ tar xfvz [Archivname].tar.gz. Dieses Kommando erstellt ein Verzeichnis im aktuellen Pfad und alle zugehörigen Dateien werden dorthin entpackt. Um die entpackten Quellen nun zu kompilieren und zu installieren, sollte in jedem Fall als aller erstes die Dokumentation gelesen werden. Mit .$ /configure, make und make install lässt sich die Software jetzt installieren.

    Das configure Skript liegt im Verzeichnis, wohin das Tar Archiv entpackt wurde. Es prüft auf was für einer Maschine die Software installiert werden soll und ermittelt ein paar Eigenschaften des Betriebssystems. Es prüft außerdem, ob alle Vorraussetzungen vorhanden sind, also ob alle Pakete installiert sind, von denen die Software abhängig ist. Beim Durchlaufen des Skripts wird bei jeder Überprüfung eine Frage ausgegeben, ob alle Vorraussetzungen erfüllt sind und entsprechend ein yes oder no. Abhängig davon, welche Pakete nicht vorhanden sind, kann es sein, das configure beendet wird. Wird configure erfolgreich durchgeführt, erstellt es ein Makefile, das auf die Installationsumgebung angepasst ist.

    Das Programm make existiert auf jedem Unix oder Linux System, es muss aber gegebenenfalls nachinstalliert werden. Z.B. SuSE installiert make bei einer Standardinstallation nicht mit. Das gleiche gilt für gcc, den GNU C++ Compiler. make benötigt ein Makefile im aktuellen Verzeichnis. Mit dem Befehl $make werden die Quelldaten für das System entsprechend kompiliert. Mit $make install lässt sich die kompilierte Anwendung dann installieren. Der Befehl $ make clean bzw. $ make distclean versetzt das Quellcode-Verzeichnis wieder in den Urzustand, löscht alle Executables, Objectfiles, Headaer-Dateien und das Makefile.